Kirchenglocken läuten für den Klimaschutz

Plötzlich war es ganz still unter den über 2000 Menschen auf dem Anger, als die Glocken der benachbarten Kirchen anfingen zu läuten: genau 5 vor 12. Kirchenglocken läuteten zum Globalen Streik für mehr Klimaschutz. Die Kirchengemeinden folgten damit einem Aufruf des neuen Bischofs der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland, Friedrich Kramer. Er hatte gebeten, dass die Kirchengemeinden in Thüringen, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Brandenburg anlässlich der Demonstrationen von Fridays for Future am Freitag (20. September) als Ausdruck des Engagements für mehr Klimaschutz die Glocken zu läuten.

„Für uns Christen ist es eine wichtige Aufgabe, Gottes Schöpfung zu bewahren. Dies hat schon in den 80 Jahren im Konziliaren Prozess für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung eine zentrale Rolle gespielt“, sagte Landesbischof Friedrich Kramer in der Pressemeldung des Landeskirchenamts Erfurt.

„Die Jugendlichen nehmen die Erwachsenen und deren politische Beschlüsse ernst, indem sie auf Vertragstreue bestehen. Das was vertraglich vereinbart wurde, soll nun auch eingehalten werden. Wobei es nicht reicht, von Politikern Lösungen zu erwarten, sondern jeder von uns ist gefordert, einen umweltverträglichen Lebensstil zu führen“, betont Kramer.

Die Glocken der benachbarten Kirchen läuteten 5 vor 12 – und in diesem Fall die Demo in Erfurt ein.

Der Aufruf zum Glockenläuten wurde an alle Kirchengemeinden versendet. „Auch wir wollen unserem Engagement für mehr Klimaschutz – im Rahmen unserer Schöpfungsverantwortung – Ausdruck verleihen und Gehör verschaffen“, heißt es darin. „In Solidarität mit unseren christlichen Schwestern und Brüdern, die in weiten Teilen der Welt unter den Folgen der Erderwärmung leiden, ihre Lebensgrundlagen verlieren und ihre Heimat verlassen müssen, sorgen wir uns um den Erhalt der Erde und rufen auf zum Innehalten, zur Achtsamkeit und Sorgfalt gegenüber Gottes wunderbarer Schöpfung“, so der Aufruf.

Landesbischof Friedrich Kramer (c) Pressebild der EKM

Am 20. September, drei Tage bevor in New York der UN-Klimagipfel beginnt, und der Tag, an dem das deutsche Klimakabinett Vorschläge für Klimaschutzmaßnahmen bis 2030 bekannt gegeben hat, führte Fridays For Future internationale Demonstrationen für mehr Klimaschutz durch. Dabei beteiligten sich deutschlandweit mehr als 1,4 Millionen Menschen. Ein bereits Bündnis aus Umweltverbänden, Kirchen sowie Akteuren aus Wirtschaft und Zivilgesellschaft hatte unter dem Motto „Klimastreik“ alle Erwachsenen dazu aufgerufen, sich anzuschließen.