Forderungspapier vorgestellt

Heute wurde in Erfurt das Forderungspapier an die neu zu wählende Landesregierung vorgestellt – und der Baum der Erkenntnis gepflanzt, zusammen mit einer Zeitkapsel mit den Forderungen von Schülern und Jugendlichen an die Politik von morgen.

Wir stellen hier bewusst unseren Forderungskatalog auf:

Fridays for Future Thüringen fordert die neue Landesregierung auf, ihrer
Verantwortung zur Einhaltung des Pariser Klimaabkommens und des 1,5°C-Ziels
gerecht zu werden. Explizit fordern wir deshalb eine Revision des Thüringer
Klimagesetzes, das in seiner jetzigen Form völlig unzureichend ist, um die
Thüringer Treibhausgasemissionen im notwendigen Maße zu reduzieren.

Insbesondere fordern wir bis 2035
• Klimaneutralität des Bundeslands Thüringen
• Sektorübergreifend 100% erneuerbare Energieversorgung

Sofort
• Massiver und stark beschleunigter Ausbau der Windkraft (auf mind. 2% der
Landesfläche bis 2030) und der Photovoltaik in Thüringen
• Einsatz der Thüringer Landesregierung auf Bundesebene für eine CO2
Steuer, die schnell auf 180 € pro Tonne CO2 steigt
• Ende aller fossilen Subventionen des Landes, u.a. für den Flughafen Erfurt-
Weimar
• Verpflichtung der Landwirtschaft zur ausreichenden Emissionsreduktion im
Rahmen des Thüringer Klimagesetzes
• Unabhängige und wissenschaftliche Überprüfung aller Gesetze und
Entscheidungen der Landesregierung und Landesverwaltung hinsichtlich
ihrer Klimaverträglichkeit, einschließlich öffentlicher Kommunikation der
Ergebnisse

Es liegt nun in der Verantwortung der politischen Entscheidungsträgerinnen in Zusammenarbeit mit Expertinnen aus der Wissenschaft dafür zu sorgen, dass ein umfassendes Maßnahmenpaket auf den Weg gebracht wird, das auf den wissenschaftlichen Erkenntnissen zur durch den Menschen verursachten Klimakrise beruht und das Gesellschaft, Wirtschaft und Politik zu umfangreichen Veränderungen anregt. Zu dieser Verantwortung gehört es auch, transparent vorzugehen, die Bürger*innen Thüringens faktenbasiert über die Notwendigkeit von Klimaschutzmaßnahmen aufzuklären und die positiven Möglichkeiten, die durch Klimaschutz entstehen, öffentlich zu kommunizieren.

Es darf nicht die alleinige Aufgabe der Jugend sein, Verantwortung für die
Priorisierung des Klimaschutzes zu übernehmen. Da die Politik diese jedoch
gerade kaum wahrnimmt, sehen wir uns gezwungen, weiter zu streiken, bis
gehandelt wird!