#EF 2709 Rückblick: Zentraler Klimastreik in Erfurt

Zum zentralen Klimastreik in Erfurt 4 Wochen vor den Landtagswahlen in Thüringen sind am Freitag nach Zählungen der Ordner über 1800 Menschen auf die Straßen gegangen – und das bei um Teil strömendem Regen. „Wir lassen uns nicht unterkriegen, selbst von diesem Wetter nicht“, war die einhellige Meinung der Beteiligten. Und sie wurden belohnt: Das Wetter klarte auf, die Stimmung stieg bis zum Abend steil an. Sogar der Ministerpräsident von Thüringen, Bodo Ramelow, lies sich zu Beginn der Demonstrationen am Hirschgarten sehen und zeigte damit seine Solidatität mit Fridays For Future. „Politik müsse genau hinhören und dann überlegen, was davon umsetzbar sei!“, meinte er im Gespräch mit dem MDR.

Promintente Unterstützung

Prominente Unterstützung bekamen sie auch von Greta Thunberg, die ein Foto der Erfurter Demonstration weltweit teilte, und von Shary Reeves, bekannt von der Fernsehsendung „Wissen macht ah!“. Sie stellte noch einmal klar: die letzten vier Jahre waren die heißesten seit Beginn der Aufzeichnungen. Und sie dankte den Aktivisten, die mehr als nur ein Katalysator seien. „Ihr habt recht: wir müssen etwas verändern!“, heizte sie auf dem Fischmarkt ein.

Ergebnisse des Klimakabinetts völlig unzureichend

Heiß waren auch die Themen, ging es nicht nur um die Landtagswahlen in Thüringen, sondern vor allem auch um die Ergebnisse des Klimakabinetts vom vergangenen Freitag. „Völlig unzureichend und ohne Signalwirkung“, so die einhellige Meinung – die übrigens Deutschlandweit geteilt wird. Die Demonstranten forderten von der Landesregierung, den Klimanotstand auszurufen.

Klimanotstand für Thüringen ausrufen

„Es wird viel zu wenig getan“, stellten sie fest und forderten von der Politik mehr Engagement. „Thüringen muss bis 2035 klimaneutral sein – und nicht erst 2050, wie im Klimagesetz festgeschrieben!“, so eine der Forderungen an den neu zu wählenden Landtag – der letzte, der noch etwas gegen den Klimawandel tun könne, so die Überzeugung von Fridays For Future. Dazu gelte es nicht nur, die erneuerbaren Energien auszubauen, sondern auch den Nahverkehr. Derzeit wird ein Forderungskatalog erarbeitet, der auf einer Pressekonferenz am 18. Oktober, gut eine Woche vor der Wahl, bekannt gegeben werden soll.

Gute Musik und spontane Begrüßung von Angela Merkel

Am Abend heizten die Band WaveLand-Gang aus Witten, die den „Fridays For Future-Song „No Planet B“ geschrieben haben, und die Band Traumfresser die Demonstranten noch einmal ein. Schließlich wurde auch Kanzlerin Angela Merkel mit einer Spontandemo im Garten des Landtags begrüßt, die zu einem Spitzengespräch mit der CDU in Erfurt erwartet worden war.